Wo geht all die Knete hin?

In den letzten Wochen musste ich eine unerfreuliche Erfahrung machen. Immer wieder postete ich auf Twitter mehr oder weniger kritische Fragen zum Swiss Startup Summit und dessen Chef Sam Plecic.

Antworten gab es nie. Aber Plecic bemühte sich eifrig darum, dass möglichst viele meiner Postings verschwanden oder verstümmelt wurden.

Das verwundert nicht, denn die Wahrheit scheint zu schmerzen. Dass er in der Vergangenheit immer wieder in merkwürdige Geschäfte verwickelt war, Leute übers Ohr gehauen hat und Geld in mysteriösen Kanälen verschwunden ist, scheint niemanden der heutigen Geldgeber zu kümmern. Weshalb auch. Sie sind entweder selber in krumme Geschäfte verwickelt, sind Pleite oder geben fremdes Geld – Steuergelder von uns – großzügig aus, ohne sich weiter um Plecics Vergangenheit zu kümmern.

Das hole ich hier jetzt nach.

Dabei lasse ich es nicht bleiben. Denn Plecics Steuergeldverbrennungsmodell wird von einer eigentlichen Viererbande betrieben. Die etwas genauer anzuschauen lohnt sich auf jeden Fall.

Während das Swiss Startup Summit vorgibt, eine große Organisation zu sein, stecken tatsächlich lediglich diese vier Leute dahinter:

  • Sam Plecic
  • Max Bertschmann
  • Bruna Carvalho
  • Timo Bertschmann

In den folgenden Artikeln gehe ich auf diese einzelnen Vertreter des Swiss Startup Summit etwas näher ein. Damit Plecic nicht gleich wieder versucht, mich mit fadenscheinigen Argumenten mundtot zu machen, werde ich jedes meiner Worte mit mindestens einem Screenshot belegen.

Zunächst aber ein paar Fakten zum Swiss Startup Summit. Wie schon dargelegt, versteckt sich die Tatsache, dass es sich um eine von Plecic und Bertschmann beherrschte Firma handelt, hinter viel Wortgeschwurbel. Hier der aktuelle Handelsregisterauszug der zeigt, dass Bertschmann und Plecic die Besitzer sind.

Etwas merkwürdig sind aber die Partner, die vom Swiss Startup Summit auf der Homepage genannt werden:

Da taucht aktuell der „Jugendsender“ Joiz auf – obwohl bereits im Konkursverfahren.

Oder aber die Firma „Schober“. In der Schweiz ist diese als Adresshändler bekannt. Im Ausland jedoch als Firma, die auch mal in der Illegalität operiert und Spammer unterstützt, wenn sie nicht selber spammt. Hier mal einige Beispiele:

Hier wird in einem Blog berichtet, wie Schober operiert:

Überhaupt scheint es, dass eine E-Mail-Adressen, die einmal im Hause Schober gelandet ist, auch merkwürdige Wege nehmen kann: Am 31. März 2003, vor über sechs Jahren also, habe ich mich im Rahmen einer Datenrecherche bei der Schober Business Information GmbH online als Kunde angemeldet. Wie immer in solchen Fällen habe ich mich mit einer Einmal-E-Mail-Adresse angemeldet, die nur dieses eine Mal eingesetzt wurde.

Neben regelmäßigen Werbemails der Schober-Gruppe selbst, die ich nach einiger Zeit im Opt-Out-Verfahren erfolgreich stoppen konnte, erreichten diese einzigartige E-Mail-Adresse jedoch schon bald auch Werbenachrichten ganz anderer Unternehmen. Der Schwerpunkt der zahlreichen Spam-Mails an die Adresse, die ausschließlich gegenüber Schober von mir bekanntgegeben wurde, lag bei Aktien-Spams in deutscher wie auch englischer Sprache.

Darüber hinaus bot mir jedoch unter anderem auch ein dubioses ukrainisches Unternehmen an, seine deutsche Repräsentanz zu übernehmen, oder ein nur sehr bedingt seriöses Online-Kasino warb für seine Dienste. Alle Werbemails kamen von ständig unterschiedlichen Absendern und stets von einschlägigen oder nur kurzfristig geöffneten Spam-Relays. Aufgrund eines hohen Standards der Datensicherheit ist es nahezu auszuschließen, dass diese Einmal-E-Mail-Adresse auf meinen eigenen Geräten oder aus meinem Netzwerk heraus von Dritten abgegriffen wurde. Als seit 20 Jahren aktiver E-Mail-Nutzer ist dies jedenfalls bisher noch niemandem gelungen.

Sollte es wirklich so sein, dass Daten, die der Schober Group überlassen werden, schon auch einmal in dunklen Kanälen versickern können? Eigentlich sollte dies kaum vorstellbar sein, denn schließlich betreibt die Schober Group für den honorigen Branchenverband DDV auch die Mutter aller Robinsonlisten, in die man sich eintragen lassen kann, wenn man eben keine Werbung von Unternehmen aller Art erhalten möchten. Sollten in einem Unternehmen, dem vom bedeutendsten Branchenverband solches Vertrauen entgegengebracht wird, Daten unkontrolliert verschwinden oder ohne Einwilligung an andere Personen oder Unternehmen weiterfließen, dann wäre dies schon mehr als bedenklich.

Auch in der Schweiz, wo der Versand von Spam illegal ist, zeigt die Firma keine Skrupel:

Bei mir ist Spam für BlickTV und das Dolder Grand in Zürich über Schober-News gekommen. Ich wundere mich schon, dass solch namhafte Unternehmen mit solch dubisoen Dienstleistern zusammenarbeiten. Wahrscheinlich steht es bei denen finanziell nicht zum Besten.

Fakt 1 ist also: Plecic und Konsorten lassen sich von einer Firma sponsern, die ihr Geld auch mit Aktivitäten im Bereich der Illegalität verdient.

Dass da der Kanton Fribourg trotzdem Steuergelder beim Swiss Startup Summit abliefert, kann nur noch mit Erstaunen zur Kenntnis genommen werden.

Schauen wir aber mal, wie viele Leute beim Swiss Startup Summit arbeiten.

Auf LinkedIn heisst es, dass zwischen 11 und 50 Leute dort arbeiten:

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Das ist jetzt wahrscheinlich etwas optimistisch. Denn wer sich ebenfalls auf LinkedIn mal die Angestellten zusammensucht, landet gerade mal bei vier:

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Bruna Carvalho, Sam Plecic, einem Unbekannten und Max Bertschmann. Das sind also die vier Abzocker von der Startup-Mühle. Schauen wir uns einmal genauer an, was wir über diese Viererbande finden.

 

Sam Plecic

Auf seinem LinkedIn-Profil gibt sich Plecic seriös. Es finden sich zahlreiche Firmen, bei denen er arbeitet oder arbeitete. Was er dort nicht erwähnt wird ist seine Vergangenheit bei der Firma Feiwritz.

Im Internet existiert diese Firma noch. Was sie aber macht oder machte, wird nicht ganz klar. Bei Moneyhouse wird auf einen Club in Zürich verwiesen, in den USA gab es ebenfalls eine Feiwritz-Niederlassung mit einem Angestellten, auf den Cayman Islands, einem typischen Steuer-Paradies, wurden die Firmen Feiwritz Epay und Feiwritz IPM gegründet, während eine andere Firma, advema IPM Ltd., die Markenrechte für Feiwritz Share hielt.  In der Slowakei schließlich existierte die Firma Feiwritz Slovakia. Also: Konfusion pur.

Eine Leserin hat uns immerhin mitgeteilt, dass Plecic ein Model verpflichtete, und diesem versprochen habe, dass es „das Gesicht von Feiwritz“ werde, weltbekannt, denn Feiwritz sei weltweit aktiv, jeder werde sie kennen und buchen. Wer aber die Seite dieses Models mal anschaut sieht schnell: Mit der Karriere hat es nicht so geklappt. Genauso, wie Feiwritz irgendwann in „Thingle“ umbenannt wurde und in der Versenkung verschwand.

Spannend immerhin die Hinweise, die uns besagte Leserin gab. Dass es nämlich Verbindungen zu Scientology gäbe – was aber offensichtlich nie erhärtet werden konnte, also tatsächlich ein Gerücht bleibt.

Kein Gerücht ist aber, dass Feiwritz Leute suchte, die sich registrieren. Pro Person, die sich bei Feiwritz einträgt, so das Versprechen, sollte ein US$ an die Hilfsorganisation Unicef gehen:

Feiwritz is open for Pre-Registration! We donate $ 1 to Unicef for every registration – start sharing and re-tweet 😉

Tatsächlich, so die Insiderin, sei dank diesem Trick viel Geld zusammengekommen. Einen Beleg darüber, wo das Geld gelandet sei, gäbe es nicht. Wahrscheinlich, so vermutet sie, in den Taschen eines der Feiwritz-Beteiligten.

Ein anderes Geschäftsgebaren führt uns auch hier wieder in die Welt der Spammer: Über die Seite Gewinnspiele verloste Feiwritz Smartwatches. Smartwatches – Ein Thema übrigens, auf das ich nochmal zu sprechen komme.

Die Masche mit den Gewinnspielen hat einen einzigen Hintergrund: So wollen die Verantwortlichen an möglichst viele Email-Adressen kommen, um diese dann zuzuspammen.  Hier landen wir dann wieder beim Partner des Swiss Startup Summit, der Firma Schober. Wer sich hier ein wenig mehr schlau machen möchte, kann das auf dieser und den in den Antworten verlinkten Seiten nachlesen.

Alles in allem ist Sam Plecic also ein Mann, dessen Firmen-Vergangenheit nicht ganz so strahlend ist, wie es uns das LinkedIn-Profil weismachen will. Er arbeitete in der Vergangenheit und auch heute mit Spammern zusammen, verspricht karitative Aktivitäten, scheint aber das Geld nie zu bezahlen, hatte Verbindungen zu einem Smartwatch-Hersteller und gründete ein undurchschaubares Firmengeflecht.

Max Bertschmann

Zu Max Bertschmann habe ich schon einiges geschrieben. Zusammen mit Plecic sitzt er bei „LiVE! Digital Stadium & Event Marketing“, beim „Swiss Startup Summit“ sowie bei „Digital Marketing Schweiz GmbH“. Außerdem hat er mit seiner Frau die Firma „MJB Management“.

Auf der Firmenhomepage heißt es zu Bertschmann:

The company is based in Switzerland and led by Max J. Bertschmann, a Swiss entrepreneur who has over 25 years of professional experience and started with international business development in 2002 and was previously, in his last post, Trade Counsellor and Director of the Swiss Business Hub Southern Africa with the Swiss Federal Department of Foreign Affairs and the Embassy of Switzerland in Pretoria, and as well Director (ex officio) at the Board of Directors of SwissCham Southern Africa – South Africa Chapter.

Eine Insiderin erklärt, dass Feiwritz tatsächlich nach Südafrika expandieren wollte. Gut möglich also, dass sich Bertschmann und Plecic damals näher kennen und geschäftlich lieben lernten. Heute zeigt sich Bertschmann als Vertreter von seinen und Plecic’s Firmen als Hansdampf in allen Gassen in Südafrika, wo Schweizer Steuergelder für die „Startup-Förderung“ verpulvert werden. Es scheint, als komme hier ein altes Netzwerk zum tragen, das Bertschmann während seiner Zeit im diplomatischen Dienst aufgebaut hat.

Bruna Carvalho

Eine weitere Mitspielerin bei der Swiss Startup Summit-Sause ist die Brasilianerin Bruna Carvalho. Auf LinkedIn taucht sie als Marketing Director der Firma „Smartwatcher“ auf, außerdem eben als Angestellte des Swiss Startup Summit sowie einer Firma Bcbprizemedia.

Wir erinnern uns: Plecic versteigerte mit seiner Firma Feiwritz Smartwatches. Und Bruno Carvalho sitzt bei – Smartwatcher als Marketing-Direktorin in der Firmenleitung.

Die Firma Smartwatcher hat gemäss Homepage acht Angestellte. Wenn im Raum Zürich nur schon mal ein Lohn von 6000 Franken bezahlt wird – was nicht viel ist – kommen wir hier auf eine monatliche Lohnsumme von rund 50’000 Franken. Wie dieses Geld zusammenkommt: Das weiss wohl niemand. Denn gemäss Google’s Play-Store wurden weniger als 1000 der Smartwatch-Apps verkauft – während Monaten. Bei einem Preis von einem Franken pro App dürfte das also kaum reichen, um die acht Angestellten zu bezahlen.

Als Marketing-Verantwortliche könnte Bruna Carvalho hier vielleicht Auskunft geben. Nur hat sie mich bei den Social Medien gesperrt – ein untrügliches Zeichen dafür, wie „professionell“ sie arbeitet.

Was aber trotzdem auffällt: Wer sich die Mühe macht und nach Carvalhos Instagram-Konto sucht, kommt dort aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Marketing-Verantwortliche scheint permanent am Reisen zu sein: London, Madrid, Brasilien, Italien, Griechenland. Und auch in die Slovakei, ein Reiseziel, das vielleicht nicht gerade so sexy ist – aber dafür ist dort nach wie vor eine der einzigen aktiven Feiwritz-Firmen domiziliert, die Smartwatches versteigert hat… Da drängt sich der Verdacht auf, dass Steuergelder, die für das Swiss Startup Summit gesprochen wurden, in dunkle Kanäle eines praktisch inaktiven Startups verschwinden.

 

Timo Bertschmann

Zu Timo Bertschmann ist nicht viel zu schreiben. Dass er der Sohn des Papas ist, liegt auf der Hand. Und finden lässt er sich nur dadurch, dass er sich namentlich auf der Homepage des Swiss Startup Summit verewigt hat.Auf LinkedIn hat er sich als ewiger „intern“ bei den Firmen seines Vaters verewigt. Entdewer bereitet er sich darauf vor, in die Fusstapfen seines Vaters zu treten – oder es fand sich für ihn nichts besseres.